Bauerngarten
Der Bauerngarten gehörte seit dem frühen Mittelalter immer zu einem Bauernhof.
Bereits Karl der Große hatte bis ins Detail angeordnet, welche Pflanzen, Heilkräuter und Gewürze angepflanzt werden mussten.
Der Bauerngarten auf dem Tuppenhof liegt – genau wie die Streuobstwiese – in meiner Verantwortung.
Und neben Gemüse habe ich auch Heilkräuter und Gewürze gezogen.
So wuchsen zum Beispiel Kohl, Kartoffeln, Lauch, Zwiebeln, Rüben, Johannis- und Stachelbeeren, aber auch Petersilie, Dill, Fenchel, Schafgarbe, Mohn, Melisse, Wermut und Rosmarin.
Unser Bauerngarten diente uns nicht nur zur Versorgung, sondern auch als Naturapotheke.
Ein Arzt war teuer, eine Apotheke zu weit entfernt, also waren wir auf Naturheilmittel angewiesen, auf Kräuter gegen allerlei Beschwerden und Zipperlein! Aber wir kannten uns damit gut aus.
Bauerngärten waren von jeher mit einem Zaun umgeben und wurden besonders geschützt. Schon bei den Germanen war Diebstahl aus einem Garten ein schwereres Vergehen als das Stehlen von Ackerfrüchten.
Die Struktur unseres Bauerngartens bestand aus vier gleich großen Quadraten, mit einem kreuzartigen Wegenetz. Dort gab es Einfassungen mit Buchsbaum – und unsere Eibenallee, die von Nord nach Süd verläuft.
Aber weil die Eiben im Laufe der Jahre nicht mehr beschnitten wurden, wurden sie zu groß. Deswegen wuchs rundherum nichts mehr. Es konnte in DIESEM Teil des Bauerngartens nichts mehr angepflanzt werden.
Deshalb haben die Tuppies an der Südgrenze des Grundstücks in der Nähe des Zauns ein paar Gartenparzellen mit Buchsbaum angelegt.
Hier haben Familien aus der Umgebung eine Möglichkeit, Obststräucher, Tomaten, Gewürze und Blumen anzupflanzen und zu pflegen. Neben dem Gartenhäuschen finden Bienenstöcke ihren Platz.
Der Nutzgarten von damals wird also auch heute noch von den Tuppies gepflegt und lebendig erhalten.
Bildquelle: Archiv Tuppenhof, Frank Ahlert