Kuhstall
Hier ist unser Kuhstall.
Viel ist da nicht mehr von zu sehen, oder was meint Ihr?
Ein bisschen Phantasie braucht man da schon.
Früher war der Stall viel kleiner als er jetzt ist.
Und seht Ihr den Stützbalken dort? Der da einzeln steht? Bis dahin ging der Kuhstall mal.
Der Stall gehörte mit zum Wohnhaus.
Später, als man mehr Platz brauchte, wurde der Stall dann erweitert.
Dafür hat man die Fläche zwischen Wohnhaus und Scheune zugebaut.
Und da stehen wir also jetzt: mitten im Kuhstall.
Früher war es im Stall natürlich viel dunkler als jetzt.
Wenn Ihr mal zum Garten guckt: Da war früher ein großes Holztor.
Und gegenüber das große helle Fenster – das gab es damals noch nicht.
Mitten durch den Stall hindurch war eine Futter-Rinne im Boden,
und dadurch hatte der Stall zwei Bereiche:
einen für das Vieh, und einen für Futter.
Für uns war das Vieh, unsere Rinder, unser größter Besitz.
Das Vieh brachte uns Milch, Fleisch - und sogar Arbeitskraft:
Denn unser Ochse hat auch als Zugtier auf dem Feld gearbeitet.
Wir hatten natürlich immer viel Arbeit mit dem Vieh:
Noch vor dem Frühstück ging es in den Stall: Melken und die Kühe füttern.
Abends wieder: Melken, Ausmisten und Füttern.
Jeden Tag. Auch sonntags. Und an Feiertagen auch.
Und alle mußten mit anpacken: Der Knecht. Die Magd. Die Bäuern. Der Bauer. Und natürlich auch die Kinder.
Es galt: Erst das Vieh! … Dann der Mensch!
In meiner Familie wird die Geschichte erzählt von meinem Ur-Ur-Ur-Opa,
der heimlich eine tote Kuh im Boden verscharrt haben soll.
Damals gab es im Rheinland eine gefährliche Viehseuche,
und die tote Kuh hat er sicherheitshalber im Boden verschwinden lassen -
denn sonst wären wohl alle seine Rinder getötet worden.
Und bei der Restaurierung (in den 1990-er Jahren) wurden doch tatsächlich Knochen einer Kuh im Stall ausgegraben.
Die liegen immer noch hier. Schön präpariert unter einer Bodenklappe.
Einen echten Schatz haben die Tuppies übrigens damals auch gefunden:
In einem Futtertrog waren alte Verträge, Unterlagen und Dokumente. Historisch ziemlich einmalig. Die ältesten über 300 Jahre alt.
Aber das könnt Ihr auch alles nachlesen. In den Büchern über den Tuppenhof.