Pferdestall
Bis 1860 stand unser Torhaus genau hier. Der Eingang war von Osten. Hier lief sogar ein offizieller Weg mitten durch den Tupenhof – also durch die Tore unserer Scheune.Der Weg wurde dann zum Glück verlegt – da wo jetzt die Straße Rottes verläuft – aber mein Vater mußte dadurch unser Torhaus drehen und versetzen.
Das ging nur deshalb, weil es komplett aus Fachwerk war. Es wurde im Osten abgebaut und Richtung Norden gedreht wieder aufgebaut. Mein Vater hat dann auch den alten, kleinen Pferdestall abgerissen und durch dieses größere gemauerte Gebäude erweitert.
Da wo jetzt der Museumsladen ist, war früher unser Pferdestall. Hier vorne hatten unsere drei Ackergäule Platz.Die wurden noch bis in die 1950er Jahre eingesetzt für Feldarbeit mit der Schlagkarre oder dem Pflug. Es waren reine Arbeitspferde.
Unser Reitpferd „Frida“ stand in einer separaten Box. (Die seht Ihr hinter der Kasse des heutigen Museumsladens.) „Frida“ haben wir vor unser Tonneau gespannt. Das ist eine kleine Kutsche, die Ihr in unserer Wagenremise im Bauerngarten sogar noch sehen könnt. Damit sind wir sonntags zur Heiligen Messe gefahren – nach Vorst in die Alte Kapelle. Wir gehörten zu den wenigen Bauern, die sich Pferde leisten konnten. Das war nämlich längst nicht bei jedem so. Schaut Euch ruhig um hier in unserem ehemaligen Pferdestall. Ihr entdeckt bestimmt die drei Futtertröge für unsere Ackergäule… . Heute ist dieser Raum unser Museumsladen. Hier könnt Ihr interessante Bücher und schöne Geschenke vom Tuppenhof entdecken – und natürlich auch kaufen.
In der ersten Etage befindet sich heute das Tuppenhof-Archiv und unsere Bibliothek mit Literatur zur Lokal- und Regonalgeschichte. Die wertvollen Dokumente, die die Tuppies bei der Restaurierung gefunden hatten, werden hier digitalisiert aufbewahrt. Die Originale befinden sich im Archiv der Stadt Kaarst. Das sind Besitzurkunden, Verträge, Steuerunterlagen undsoweiter. Durch diese Dokumente könnt Ihr sehr viel erfahren über das bäuerliche Leben der letzten Jahrhunderte. Hier auf dem Tuppenhof Und in dieser Region. Die Dokumente stammen unter anderem von meinem Urgroßvater Matthias Klitzen. Er war hier so eine Art Ortsvorsteher und Steuereintreiber.
In der Bibliothek gibt es viele interessante Bücher und Unterlagen zur Regionalgeschichte. Die werden übrigens von Historikern, Studierenden und Autoren gerne genutzt. Die Tuppies im Archiv und in der Bibliothek machen eine wirklich wichtige Arbeit.
Bildquelle: Frank Ahlert