Streuobstwiese + Mispelbaum

Der Mispelbaum auf dem Tuppenhof

Die Streuobstwiese (der Bongert) auf dem Tuppenhof diente uns zur Selbstversorgung mit frischem Obst.

Wir haben hier sehr alte Obstbäume – mit ein paar jüngeren Bäumen dazwischen.

Auf unserer Streuobstwiese stehen viele verschiedene Sorten: Birnen, Kirschen, Pflaumen und Äpfel. Viele Obstbäume in unserer Region wurden zum Teil erst durch die Römer über die Alpen in das kühle Nordeuropa verpflanzt.

Aber schon die Germanen kannten Mispeln, Holzäpfel und Holunder. Holunder wurde besonders geschätzt zur Abwehr von bösen Geistern und Dämonen.

Eine wirkliche Rarität bildet der Mispelbaum im hinteren Teil der Streuobstwiese. Die Mispel war bis weit ins 19. Jahrhundert im Rheinland weit verbreitet. Die Mispel ist übrigens im Wappen der Stadt Viersen abgebildet.

Heute ist sie hier allerdings kaum noch vertreten. Aus ihrer herben Frucht lassen sich im Winter nur mit viel Aufwand leckere Marmelade, aber auch Mispellikör herstellen.

Das Obst wird heutzutage von den Tuppies geerntet und zu Saft, Likör oder Marmelade verarbeitet.

Einige Köstlichkeiten finden Sie im Museumsladen oder im Café auf dem Tuppenhof.

Uns diente damals das Obst auch für die Versorgung im Winter – als Dörrobst.

Und jetzt noch ein kleines Geheimnis:

Früher einmal stand genau hier auf dieser Streuobstwiese ein kleines Gebäude: der Hof der Gebrüder Köhnen. Direkt an unser damaliges Backhaus gebaut. Leider sind das Backhaus und der kleine Hof in den 1930er Jahren abgebrannt. Die meisten Bäume haben aber überlebt. Und die Flammen haben zum Glück auch nicht auf den Tuppenhof übergegriffen. Aber wie genau das hier abgelaufen, verraten wir den Tuppies noch nicht. Ein bisschen müssen die ja noch zu forschen haben…

Immer wieder zieht es Vögel in den Tuppenhof-Garten: Sperber und Dohlen wurden hier schon gesichtet. Sie finden hier offenbar gute Nistmöglichkeiten.

Und mein Mann und ich erleben hier in unserem Garten oft Menschen, die einfach nur die Abgeschiedenheit und die Ruhe entdecken.

 
Bildquelle: Frank Ahlert